“Kinder lernen nur das, was sie wollen und nicht das, was sie sollen”.

Dieser Satz des Neurologen Wolf Singer bringt ein neues Lernverständnis zum Ausdruck. Lernen soll heute Freude bringen. Es soll sich an den Ressourcen der Lerner orientieren, soll ihre Interessen wachrufen und ihre Leidenschaft für ein Thema entfachen. Wer andere dabei als Lehrer oder Lernbegleiter unterstützen möchte, muss selbst lernen, das Potential seines Gegenübers zu erspüren und herauszufordern. Dazu ist ein breiter Umdenkprozess nötig, der an vielen Stellen der Gesellschaft bereits leidenschaftlich diskutiert wird.

Die italienische Reformpädagogin Maria Montessori hat in ihrem pädagogischen System bereits viele dieser heute so wichtigen Tendenzen vorweggenommen. Teils intuitiv, teils aber auch durch sehr präzise Beobachtungen und Analytik der Lernbedürfnisse von Kindern. Dabei ist eine Pädagogik entstanden, die bis heute internationale Anerkennung gefunden hat und der sich weltweit etwa 22.000 Einrichtungen verpflichtet fühlen – Tendenz steigend.

Die Montessori-Pädagogik ist aber nicht nur eine Alternativ-Pädagogik, sondern ein wichtiger Impulsgeber im gesamtgesellschaftlichen Bildungsgeschehen, denn über die reinen Montessori-Einrichtungen hinaus orientieren sich längst auch auf breiter Ebene Pädagogen an staatlichen Einrichtungen für Montessoris Orientierung am Kinde.